Neverending Story IV
Nerven Euch eigentlich diese Fortsetzungsgeschichten? Wenn ja, dann tut mir das wirklich Leid. Ich bin irgendwie nicht in der Lage mich kürzer zu fassen und alle Informationen in einem Artikel zu verarbeiten wäre nun wirklich zu viel.
Nun aber erst mal zurück zum Thema.
Was ich bisher nicht erwähnt hatte ist, das Xenia seit Herbst nicht nur mit besagten Erkältungssymptomen zu kämpfen hat, sondern auch mit sehr rauer Gesichtshaut (vor allem die Wangen) und vermindertem Ohrendruck (vor allem rechts). Bezüglich des Ohrendrucks wollte der HNO erst mal nichts unternehmen da es durchaus mit den Polypen zusammenhängen könnte.
Das erst mal als Zusatzinfo.
Ich war im letzten Artikel bei der OP stehen geblieben.
Erinnert ihr Euch noch? Die OP sollte so ablaufen: Operiert wird unter Vollnarkose. Um diese erträglicher zu machen, wird vorher ein Beruhigungsmittel verabreicht. Die OP selbst dauert so ca. 10 Minuten, danach kommt das Kind in den Aufwachraum, in dem die Eltern warten.
Soviel zur Theorie.
Theorie und Praxis sind aber manchmal sehr unterschiedlich. An dem OP-Tag war das auch der Fall. Der Anästhesist kam plötzlich rein, schnappe sich die Decke die wir bei hatten, den Teddy von Xenia, Xenia selbst und verschwand wieder. Ich konnte gerade noch die Frage nach dem Beruhigungsmittel stellen, bekam aber nur als Antwort „Das brauchen wir nicht, wir nutzen den Überraschungseffekt“.
Oh …
Gerade das Beruhigungsmittel war etwas, was ich durchaus befürwortet hatte. Ich stellte mir nämlich vor wie es für Xenia sein musste in einem weißen und sterilen Raum umgeben von fremden und mit Mundschutz versehen Leuten zu liegen, von denen einer ihr eine Maske auf das Gesicht presst.
Genau diese Situation war aber nun real und es passierte genau das, was zu erwarten war: Xenia fing laut an zu schreien. Schrecklich! Die Narkose schien aber schnell zu wirken, denn glücklicherweise schrie Xenia nicht lange.
Danach rollte aber die komplette Geräuschkulisse über uns: Luftschnarren (vermutlich irgendwas zum Absaugen), ganz viele und laute Piepsgeräusche (die Geräte die die Lebensfunktionen überwachten), das Klappern des OP-Besteckes und das Gemurmel des OP-Teams.
Kennt ihr das auch aus den diversen Arztserien? Da liegt ein Patient im Koma, der Partner sitzt total erschöpft daneben und hofft, dass die geliebte Person endlich aus dem Koma aufwacht. Nebenbei ist ein kontinuierliches Piepen zu hören, welches den Herzmuskel überwacht. Plötzlich wird das Piepen immer schneller und ein paar Schwestern und Ärzte stürmen in den Raum, schieben den Partner des Patienten beiseite und versuchen hektisch irgendwie das Herz dazu zu bewegen wieder ordentlich zu schlagen bis letztendlich nur ein Dauerpiepen zu hören ist.
Auch wenn das jetzt etwas übertrieben klingt, aber genau solche Gedanken sind mir gekommen als das erste Mal die eben beschrieben rhythmischen Piepstöne bei der Polypen-OP plötzlich ungewöhnlich schnell wurden. Ist schon merkwürdig wie man sich da als Elternteil fühlt, selbst wenn man eigentlich genau weiß, das da nicht viel passieren kann da es nur ein Routineeingriff ist.
Wie schon bei der Wartezeit vor der OP so wanderte auch während der eigentlichen OP der Blick ständig zur Uhr. Sie dauerte länger als die anberaumten 10 Minuten … das machte das Warten nicht einfacher.
Aber irgendwann wurde Xenia dann aus dem OP-Raum getragen und wir konnten sie endlich wieder in Empfang nehmen. Wie ein schlafender Engel lag sie da … mit einer Tülle im Mund für die Atmung und eine Klemme am Fuß für die Herztöne.
Die Narkose war scheinbar nur sehr gering dosiert, den Xenia erwachte erstaunlich schnell. Sie spuckte etwas Blut, aber das war wohl normal. So KO und fertig hatte ich unsere Kleine bis dahin noch nicht gesehen. Ich setzte mich auf einen Stuhl, nahm sie in den Arm und sie schlummerte noch mal ein. Das war ein schönes Gefühl sie so nah bei mir zu haben.
Ein bisschen schade war, dass wir ihr noch nichts zu trinken geben durften. Wir mussten warten bis die Chirurgin sich die operierte Stelle noch mal angeschaut hatte. Und das dauerte, denn zuvor waren die ganzen anderen Kinder dran, die inzwischen die anderen Betten belegten und auf die OP warteten.
Xenia wurde während der Wartezeit immer munterer. Man merkte ihr irgendwann gar nicht mehr an, dass sie kurz zuvor noch unterm Messer lag. Das war schön anzusehen. Besonderes Highlight war für sie dann ja zu Hause. Sie durfte ja nur breiartige Speisen zu sich nehmen … und wir hatten noch Schoko- und Vanillebrei daheim … ihrer Lieblingssorten.
Am darauffolgenden Tag hatten wir auch schon unseren ersten Kontrolltermin bei dem eigentlichen HNO-Arzt. Wie der verlief, und was wir erstaunlicherweise festgestellt haben, gibt es das nächste Mal.
to be continued…

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