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Wochenendausflüge II (Neverending Story VII)

Als wir am Sonntagmorgen aufwachten und Xenia auf ihrem Wickeltisch umziehen wollten, waren wir etwas geschockt. Die roten erhabenen kleinen Pusteln vom Samstag waren zu riesigen fast Körper bedeckenden hochroten und sehr warmen Flächen geworden. Das sah richtig schlimm aus … fast wie eine Verbrennung.

Fieber hatte Xenia aber nach wie vor keines und auch sonst schien sie sich relativ wohl zu fühlen.

Wir überlegten zwar erst ob wir den geplanten Ausflug verschieben, entschieden uns aber dann doch zu den Großeltern nach Spandau zu fahren … das Grundstück liegt etwa eine Autostunde von uns entfernt.

Kaum dort angekommen gab es die nächste Merkwürdigkeit: Xenias Hände waren geschwollen. Ich musste unweigerlich an die diversen Comedy-Szenen denken, bei denen auch eine zu stark angeschwollene Hand die Hauptrolle spielte.

Als dann nach dem Mittagsschlaf auch ihre Unterlippe stark und die Augenlieder leicht angeschwollen waren, war der nächste Besuch in einem Krankenhaus fällig. Wer weiß was sonst noch alles passiert wäre. Nachher hätte sie Atemnot bekommen weil ein angeschwollener Hals die Luftröhre quetscht.

Da wir Ortsfremd waren und die Großeltern zwar diverse Krankenhäuser kennen, jedoch nicht wussten, welches davon eine Kindersprechstunde anbietet, habe ich ganz kühn den Notruf (112) angerufen. Ich dachte mir, wenn einer sich mit den Krankenhäusern auskennt, dann die.

Das war meine erste Erfahrung mit der 112. Erst landete ich in einer Warteschleife um dann mit einem anfangs etwas unfreundlichen Mitarbeiter zu sprechen. Die Begrüßung seinerseits war mit einem forschen Ton „Wo ist der Notfall!“. Kein „Guten Tag“ oder „Hallo“. Aber das konnte ich auch gut nachvollziehen … bei einem ernsthaften gesundheitlichen Problem zählt jede Sekunde. Langes Drumherum passt da nicht rein. Da ich aber nicht wollte, dass ein Notarzt extra angerauscht kommt, begann ich zu erklären, was mein Anliegen ist. Ich kam aber nicht sehr weit. Er unterbrach mich schnell und wollte mit einem noch härteren Ton endlich wissen, wohin er einen Rettungswagen schicken soll. Erst ein kurzes „Ich will aber selber in ein Krankenhaus fahren“ lies ihn dann zuhören und helfen. Schlussendlich war er ganz friedlich und nett und hat sogar ein paar Details zu dem Zustand von Xenia nachgefragt. Schließlich verabschiedete er sich mit „gute Besserung“.

Ich bin sehr dankbar darüber ein iPhone zu besitzen. Denn mit diesem Gerät hatte ich eine GPS-Navigation bei und konnte meine Frau zum Krankenhaus lotsen. Blöd nur, das ich bei der Routenplanung „zu Fuß“ ausgewählt hatte ohne es zu merken. Folglich schickte uns die berechnete Route quer durch die Wohngebiete bis wir letztendlich in einer Sackgasse landeten. Fußgänger hätten hier durchaus weiter gekonnt … mit dem Auto wäre es schwierig gewesen durch die eisernen Boller zu fahren.

Letztendlich sind wir aber im Krankhaus angekommen um dort den nächsten Kinderarzt zu besuchen.

Auch hier kam nichts anderes bei raus als das es sich um eine allergische Reaktion handelt. Aber, und das hatte die Ärztin vom Samstag nicht gesagt, diese Reaktion konnte auch von einem viralen Infekt stammen. Das war spannend, denn nun passt der aktuelle Ausschlag in das bisherige Krankenbild.

Aber egal woher solche Reaktion auch kommt, viel machen kann man da nicht … außer der Verabreichung eines Antiallergikums. Und genau das hat er uns verschrieben … leider nicht mitgegeben. Dafür gab er uns die Adressen zweier Apotheken die in Spandau Notdienst hatten.

Und auch hier war ich wieder froh das iPhone zu haben. Die Adressen waren dank Google-Maps und entsprechender Datenanbindung schnell gefunden.

Das Rezept was uns der Kinderarzt mitgab, war ein Privatrezept (Xenia ist aber über meine Frau gesetzlich versichert). Die Apothekerin erzählte mir, dass solche Medikamente erst mal bezahlt werden müssten. Danach kann man beim Hausarzt dieses Rezept gegen ein richtiges tauschen und in der Apotheke das Geld zurück holen. Blöd nur, das wir eben eine Autostunde weit weg wohnen. Und diese Stunde ist auch nur am Wochenende zu schaffen. Unter der Woche dauert es wegen des Berufsverkehrs deutlich länger.

Aber mir waren die Kosten auch egal … das sollte es auch wenn es dem eigenen Kind schlecht geht. Wir können zur Not immer noch versuchen das Rezept direkt bei der Krankenkasse einzureichen.

Das Antiallergikum liegt als Flüssigkeit zum Tropfen vor … 3 x täglich 10 Tropfen war die Verordnung. Am Sonntag durften es durchaus noch 2 x 10 Tropfen werden. So hatten wir Xenia nach Rückkehr zu den Großeltern gleich diese Tropfen verabreicht um bereits ein paar Stunden später eine leichte Besserung zu sehen. Die Ohren waren nicht mehr rot und auch die Gesichtsfarbe wurde heller.

Schon Sonntag kam der Gedanke auf, das Xenia am Montag nicht in den Kindergarten gehen könne. Ich war mir gar nicht so sicher ob es überhaupt nötig ist Xenia wegen der Rötung aus dem Kindergarten zu nehmen. Die Tropfen haben recht schnell angeschlagen und warum sollte es nicht so schnell weg sein wie es gekommen ist? Besondere Bauchschmerzen bereitete mir die Tatsache, dass ich nur noch 3 von 10 Tagen, die man nach SGB V zur Pflege erkrankter Kinder zugestanden bekommt, zur Verfügung hatte.

Ich wollte es am Montagmorgen entscheiden. Je nach dem wie Xenia wirkte und wie schlimm der Ausschlag noch war. Wir bereiteten also Sonntag alles für den Kindergartenbesuch vor.

Am Montag konnte ich bei meiner noch ungewöhnlicherweise schlafenden Tochter schon an den Beinen sehen, das die roten Pusteln noch zahlreich vorhanden waren. Also war doch die Kinderärztin fällig.

Sie zusammen mit einer anderen Kinderärztin in einer Gemeinschaftspraxis. Beide haben die Sprechstunden so verteilt, dass im Grunde ab 8 Uhr bis abends immer jemand da ist. Zudem haben sie sogenannte Akutsprechstunden eingeführt. Unsere Kinderärztin beginnt montags immer erst um 12 … und montags um 12 ist auch ein Block Akutsprechstunde. Was lag da näher auch erst zu 12 dahin zu fahren um gleich mit ihr alles zu besprechen. Immerhin konnte ich so auch gleich nach dem Ergebnis des Allergietests fragen.

So jedenfalls war es gedacht. Als ich dann aber ankam, stand schön gemütlich auf einem Zettel, das unser Kinderärztin gerade im Urlaub ist und deshalb Montag Mittag keine Akutsprechstunde statt findet. Also bin ich rein um mir wenigstens die Arbeitsbefreiung zu holen. Kinderärzte hatte Xenia am Wochenende ja ohnehin genug gesehen.

Die Schwester fragte aber noch mal eindringlich, ob ich nicht doch noch zur Ärztin rein will. Sie schob uns dazwischen.

Nachdem ich vom Wochenende berichtete und auch die Tropfen zeigte sah die Ärztin keinen großen Handlungsbedarf. Die Tropfen sind so lange einzunehmen, bis die Rötungen und Schwellungen komplett verschwunden sind. Sie sagte mir noch, das es durchaus passieren kann, das die Erscheinung der Pusteln fluktuiert … also mal wieder stärker werden und dann wieder weniger. Das war wirklich gut zu wissen.

Nebenbei erwähnte sie, dass der Allergietest selbst ohne Befund ist. Es ist also zu vermuten, dass die Reaktion tatsächlich auf einen viralen Infekt zurück zu führen ist.

Spannend war aber dann der nachfolgende Teil. Sie horchte Xenia noch mal ab und bemerkte, das Xenia wohl einen Infekt haben müsse … sie höre da was. Bingo … das war nämlich der immer noch nicht verschwundene Husten. Der Schnupfen war und ist glücklicherweise seit über einer Woche weg … also da hat Xenia endlich Ruhe … vor dem Husten allerdings nicht.

Ich erzählte ihr, das ja genau dass das Problem seit letzten Herbst ist.

Darauf reagierte sie auch sofort und meinte ebenfalls, dass es Kinder mit einem „empfindlichen Bronchialsystem“ gibt. Sie starte mit uns einen Versuch. Wir haben eine Art Asthmaspray und eine spezielle Inhalationshilfe für kleine Kinder verschrieben bekommen. Morgens und abends sind je zwei Schübe zum inhalieren zu verabreichen. Das ganze 3-4 Wochen am Stück. Das Spray, so die Ärztin, sei zwar für Kinder ab 4 Jahren, wird aber heutzutage bereits an Säuglingen verwendet. Ich solle da keine Befürchtungen haben. Xenia macht diese Inhalationssitzungen erstaunlicherweise auch wunderbar mit. Kann ich nicht meckern. Sie hält meistens still und atmet kontinuierlich. Und was soll ich sagen: der Husten ist schon besser geworden. Wir sind voller Hoffnung :)

Zurück zu der allergischen Reaktion.

Xenia bekam natürlich eine Krankschrift für genau 3 Tage. Also war ich die letzte Woche 3 Tage daheim. Die Tropfen wirkten gut, von Tag zu Tag nahm der Ausschlag ab. Und auch die Fluktuation konnte man gut beobachten. Dienstagabend war beispielsweise fast nichts mehr zu sehen. Mittwoch Früh waren die Beine wieder voll davon um mittags wieder verschwunden zu sein. Donnerstag war den ganzen Tag nichts mehr vorhanden. Also alles gut überstanden.

Wir hoffen nun den Sommer weitestgehend gesund überstehen zu können. Das reicht mit Krankheiten für dieses Jahr.

Sollte sich nicht noch was Gravierendes ergeben, so ist die komplette Artikelserie hiermit abgeschlossen.

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  1. 25. Mai 2009, 10:51 | #1

    Gute Besserung. Ich habe den ersten Tag-zuhause-weil-Kind-krank noch nicht erlebt, Gott sei Dank!http://www.schmidtie.de/wp-content/plugins/smilies-themer/adiumicons/innocent.png

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  2. 25. Mai 2009, 10:53 | #2

    Danke. Die Kleine ist ja heute wieder im KiGa!

    Ich habe meine 10 Tage nun aufgebraucht und meine Frau hat auch nur noch 3-4 Tage übrig. Da heißt es Urlaub aufsparen.

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  3. 26. Mai 2009, 07:56 | #3

    oh man…da nimmt die kleine ja echt alles mit
    ich drück die daumen, das es überstanden ist.

    luca hatte mit 3 jahren auch den ganzen winter über immer wieder bronchitis, teilweise mit krupp-anfällen nachts. war echt schlimm
    kaum war er halbwegs gesund, gings wieder von vorne los

    aber ich muß echt sagen, das wir im letzten winter genau einmal husten/schnupfen mit einem kruppanfall hatten, den rest von winter war er gesund…

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