Erholungsheim II
Tag 1 – Freitag, der Anreisetag
Der erste Tag war Stress pur. Es war ein Freitag. Xenia hatten wir noch zu 8 Uhr in den Kindergarten geschickt, wollten sie aber zu 14 Uhr mit voll beladenem Auto abholen und los fahren.
Nach einem gemütlichen Frühstück (zwischen 8 und 14 Uhr lagen ja noch etliche Stunden) fingen wir dann mit dem Packen an. Das heißt, meine Frau fing damit an … ich habe mich noch ein wenig um die Technik (Netbook, Digicam etc.) gekümmert.
Irgendwann rief mir meine Frau zu, ich solle doch endlich die Klamotten raussuchen, die ich mitnehmen möchte. Immer diese Hecktick!
Letztendlich gibt es bei mir aber auch nicht viel rauszusuchen. Wir hatten uns ohnehin darauf geeinigt Klamotten für maximal 7 Tage mitzunehmen, da wir ja da eine Waschmaschine zur Verfügung hatten.
Generell schienen die Dinge, die wir mitnehmen wollten, sehr überschaubar zu sein. Nebst den Klamotten waren da für jeden ein Satz Bettwäsche, ein paar Badutensilien, Xenias Spielzeug, die Wickeltasche, die Technik und die paar Lebensmittel, die uns sonst verderben würden. Alles andere könnten wir je nach Bedarf aus dem Supermarkt besorgen.
Ich war schon leicht geschockt als ich meine Sachen zum Packen in unser Wohnzimmer gebracht habe. Der nicht mal so kleine Koffer war schon gut zur Hälfte mit den Sachen von Xenia gefüllt. Unsere waren da noch nicht drin. Tja, und kaum waren meine Dinge eingepackt, war der Koffer voll … von meiner Frau war nicht mal ein Slip drin.
Fand ich aber nicht so schlimm … wegen meiner hätte sie ohnehin den ganze Tag nackig durch die Gegend laufen können
Leider fand sie die Idee aber nicht so gut. Also musste noch eine Reistasche her.
Und mit jeder Stunde wurden die Taschen und Beutel immer mehr. Letztendlich sah es zum Schluss so aus, als würden wir für einen Monat ausziehen. Nebst Koffer hatten wir 2 mittlere und 1 große Reisetasche. Xenias Stuhl, einen riesigen Beutel, 2 normale Beutel, einen großen Sack mit Spielzeug, eine große Tüte mit Bettsachen, einen großen Rucksack mit dem ganzen Technikspielzeug, ein Reisebett, ihren Buggy und die Wickeltasche. Hab ich auch nichts vergessen? Glaube nicht.
Ich bin so gefühlte 20-mal vom 5. Stock in die Tiefgarage gelaufen um das Auto zu beladen und hatte meine Mühe alles in unser eigentlich gar nicht so kleines Auto einzuladen. Hier waren mal gute Packkünste gefragt. Zwischenzeitlich hatte ich schon gedacht dass selbst der, der letztendlich fahren würde, einen Beutel zwischen seine Beine nehmen müsste damit wir alles in das Auto rein bekommen würden.
So kurz nach 13:00 Uhr waren wir dann aber endlich fertig so dass wir unser Vorhaben mit 14:00 Uhr und KiGa einhalten konnten.
Das Auto fuhr erstaunlich gut, trotz der Last die es zu bewegen hatte. So ein 177PS starker Turbodiesel ist eben doch was Feines. Leider benötigt so ein Motor auch ordentlich Futter, also haben wir noch mal schnell an einer Tankstelle gehalten. Meine Frau wollte zahlen, bekam aber nur angesagt „Karte nicht gültig“. Nanu, was da passiert? Egal, hab ja auch noch eine. Also erst mal weiter Richtung Grundstück.
Gefahren sind wir so ca. 1 Stunde.
Am Ziel angekommen haben wir erst mal das Auto entladen und angefangen das Wohnzimmer des Hauses umzuräumen.
Das Haus ist logischerweise nicht unbedingt kindgerecht eingerichtet. Da wir Xenia aber auch ein paar Freiheiten lassen wollten und nicht ständig mit der Angst, sie könnte was kaputt machen, hinter ihr her hecheln wollten, haben wir erst mal etliches an „Kitsch & Co“ aus dem Weg geräumt … und das war einiges! Wie haben es Freunde, die uns besuchten, so schön formuliert: Hier möchte ich nicht Staub wischen müssen
.
Obwohl bisher nicht wirklich viel passierte, waren wir irgendwie fertig.
Aber es stand noch ein Einkauf an. Vorher wollte meine Frau aber noch schnell Geld am Automaten abholen.
Dank iPhone und GoogleMaps konnte ich schnell die nächste Bank lokalisieren die auf dem Weg zum Supermarkt lag. Der Parkplatz in der Nähe dieser Bank war aber leider ein Gebührenpflichtiger. Auch wenn meine Frau ja nur „kurz“ weg war und ich und Xenia ja noch im Auto sitzen, wollte sie vorsorglich ein Ticket für 15 Minuten ziehen. Leider hatte sie nicht darauf geachtet das die Gebührenpflicht abends endet. Und dieses Ende hatten wir schon überschritten. Der Automat war aber nicht so kulant und hat sie darauf aufmerksam gemacht, sondern nahm ganz munter das Geld und druckte einen Parkschein aus … für Samstag bis 09:15 Uhr.
Egal, wir wollten schnell weiter, also ging es schnell zur Bank … und genau so schnell war die Karte meiner Frau vom Automaten eingezogen worden. Ungültig sei die Karte laut Automat. Ganz toll. Freitagabend, die Bank war schon geschlossen und die Geldkarte weg. Zudem stand das Wochenende vor der Tür und da ist sowieso niemand mehr zu erreichen. Aber selbst wenn man am Montag telefonisch hätte klären können, was da passiert ist, käme man frühestens Ende der Woche wieder an die Karte ran, denn aus früheren Erfahrungen wusste ich, dass die Karte erst zur kontoführenden Filiale gesandt werden wird … und die lag am anderen Ende der Stadt.
Der Einkauf war aber noch nicht erledigt und wir hatten keine Ahnung warum das überhaupt passiert ist. Aber, wie war das beim Tanken: Ich hab ja auch noch eine Karte, also nichts wie hin zum Supermarkt.
Der Einkauf stellte sich als sehr anstrengend heraus. Xenia hatte wieder eine große Schmerzattacke wegen ihrer Zähne und weinte in einer Tour. Ich war also damit beschäftigt sie irgendwie zu beruhigen während meine Frau schnell den Korb voll geladen hat.
An der Kasse lief es dann aber etwas schleppend. Die Onlineverbindung zur Prüfung der Karten war gestört. Das gesamte Kassensystem hat aber bei jedem Versuch einer Kartenzahlung versucht die Karte online zu verifizieren und hat den Vorgang erst nach ca. 1 Minute abgebrochen. Da hieß es also bei jedem Kunden warten bis sich die Technik ausgekäst hatte.
Irgendwann war es geschafft, wir fuhren in unser Urlaubsdomizil, konnten ein wenig zu Abend essen und sind schlafen gegangen.

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