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trnd: Nachschlag

Bei meinem ersten trnd Bericht äußerte sich ein guter Freund in den Kommentaren kritisch gegenüber dem Unternehmen und dem Prinzip dahinter.

Auch wenn wir in den Kommentaren ein wenig Meinungsaustausch begangen haben, hat mich das Thema dennoch beschäftigt. Deshalb will ich hier nochmals konkret auf seine Argumente eingehen.

„Dir ist aber schon bewusst das es bei denen einerseits um Adressen sammeln … geht?“

Nein, ist mir so direkt nicht in den Sinn gekommen … das gebe ich zu.
Am Sammeln ist ja erst mal nichts Verwerfliches … macht jeder mit seinem Adressbuch auch. Der Missbrauch dieser Adressen, in dem sie weiter verkauft werden, ist was anderes.

In den FAQ’s von trnd ist zu lesen:

„Deine persönlichen Daten werden streng vertraulich behandelt und nur dazu benutzt, um passende Projekte für Dich zu finden.“

Ist schon mal positiv, wobei mir schon bewusst ist, dass in der FAQ drin stehen kann was will, entscheidend sind die ganzen Erklärungen die man bestätigen muss, wenn man Mitglied wird und das, was trnd dann wirklich macht.

Aber selbst wenn meine Adresse weitergegeben wird, was würde im schlimmsten Fall passieren? Der Briefkasten wird gesprengt.

Ich selbst bin eigentlich kein Freund von unerwünschter Werbung … aber nicht, weil mich die vielen Flyer und Briefe nerven, sondern weil ich es schade finde wie viel Papier da bedruckt wird nur um beim Endverbraucher gleich in die Papiertonne zu landen. Ansonsten ist mir das egal. Schlimmer finde ich nervige Telefonwerbung und Vertreter vor der Tür.

Das Risiko aufgrund einer trnd Mitgliedschaft noch mehr Werbung zu bekommen, als ich ohnehin täglich im Briefkasten vorfinde, gehe ich gerne ein.

„Dir ist aber schon bewusst das es bei denen … um kostengünstige Werbung für die getesteten Produkte geht?“

Na klar!! Sag bloß jemand wird da Mitglied ohne das ihm das bewusst ist? Wie kostengünstig dies für die Firma ist, kann ich nicht einschätzen, das es aber Werbung ist (schon weil ich manchmal Produktproben zum Verteilen bekomme) ist klar.

Na und? Was ist daran schlimm? Auch wenn ich mich wiederhole: Es spielt doch so gar keine Rolle ob ich ein Produkt über Werbung in TV und der Presse erfahre, es mir dann kaufe, teste, mir eine Meinung drüber bilde, eventuell in meinem Blog darüber schreibe weil es mir besonders miss- oder gefallen hat und es in meinem Bekanntenkreis herumerzähle oder ob ich das Produkt für mich kostenlos zugeschickt bekomme und dann teste, mir meine Meinung drüber bilde etc.

„… erwarten aber dass man in seinem Blog oder ähnlichem darüber berichtet.“

Nun, ich gebe zu von trnd gerade über private Blogs erfahren zu haben, aber ich habe bisher nirgends gefunden, dass ich in MEINEM Blog darüber schreiben soll. Berichte abliefern, die auf dem Projektblog veröffentlicht werden, das ja, aber in meinem?
Aber selbst wenn, ich würde und werde das ja freiwillig machen … und werde auch negativ berichten wenn mir das Produkt so gar nicht gefällt. Die Hauptsache ist doch, dass man ehrlich ist und auch ein paar Fakten bringt, die zur Meinungsbildung geführt haben. Danach kann jeder selbst entscheiden ob er damit was anfangen kann oder nicht. Und anhand der Überschrift der Artikel die da folgen werden kann jeder auch ganz frei entscheiden, ob er den Artikel überhaupt lesen will!

„mit dem ‘macht ja Spaß’ versuchen sie einen zu ködern – im Endeffekt muss man aber sich bewusst sein dass doch positive Berichte erwünscht sind.“

Geködert mit „macht Spaß“? Öhm, nö. Da kann auch einer schreiben das Bungy-Jumping Spaß macht, werde es dennoch nicht machen. Einfach weil ich weiß was das ist und mir nicht vorstellen kann, das MIR das Spaß macht.

Bei der Idee hinter trnd kann ICH mir schon vorstellen dass es Spaß macht … und es macht schon Spaß. Ich teste gerade ein Produkt und finde es toll auszuprobieren ob es sich da bewährt, wo es sich nach meinen Vorstellungen bewähren muss. Und sollte ich davon enttäuscht sein, habe ich nicht mal Geld dafür ausgegeben.

Und ob nun positive Berichte erwartet werden oder nicht, ist auch wurst. Ich schreibe meine Meinung. Selbst, wenn es bedeuten würde, an keinem Projekt mehr teilnehmen zu können weil sie mal negativ ausgefallen ist.

Zum Schluss: Es gibt diese schöne Aussage „Ich mag Fernsehen, nur diese ganzen Unterbrechungen mit den Serien und Filmen nervt!“.

Tatsächlich wird man tagtäglich mit Werbung zugeschüttet. Egal in welchem Medium. Das kann sicher nerven. Aber wie sollte der normale Bürger denn anders erfahren, was es auf dem Markt so gibt? Wer geht schon bei jedem Einkauf extra langsam durch die Regale um zu sehen ob es was Neues gibt? Und selbst wenn man gar kein Interesse an Neuem hat, stellt sich doch die Frage wie man zu den Produkten gekommen ist, die man so alltäglich konsumiert? Doch sicher durch Werbung und Mundpropaganda aus dem eigenen Freundes- und Verwandtschaftskreis.

Wie steht ihr denn zum Thema Werbung? Testet ihr auch gerne mal neue Sachen? Wie seid ihr auf die Produkte gestoßen die ihr benutzt?

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  1. Martin
    15. Juni 2009, 11:36 | #1

    Hallo,

    oh, da habe ich ja was losgetreten. Ich wollte hier keinesfalls als Mini-’Troll’ auftreten, ich wollte nur dass nicht unreflektiert (Warum machen die dass? Welches Interesse hat trnd daran?) geschrieben wird. Aus reiner Wohltätigkeit ist das eher nicht entstanden. Schmidtie: Ich finde den Artikel sehr gut, nur eine Sache: Werbung soll ja Wünsche erzeugen bzw. verstärken, die wir ohne Werbung nicht oder nicht so stark hätten. (altes, aber nicht unpassendes) Beispiel: Warum kauft man den (teureren) Zott-Jogurt und nicht das preiswertere Noname-Produkt? Weil damit ein Gefühl verbunden ist, dass man etwas ‘besonderes’ (Weekend-’Feeling’) mit besserer Qualität kauft. Leider kommen viele (nicht alle) Tests (Stiftung Warentest z.b.) zu dem Ergebnis, dass die teureren Produkte qualitativ nicht unbedingt besser sind. Bleibt also noch das gute Gefühl was die Werbung damit einem suggeriert. Ob das einem den Aufpreis wert ist muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Man wird aber durch dieses ‘Bombardement’ von Werbung (Flyern, Fernsehen, etc.) irgendwie schon etwas manipuliert sich Sachen die man nicht unbedingt braucht sich zu kaufen. Darauf baut ja unsere Konsumgesellschaft auf – jedes Jahr mehr Umsatz, mehr Gewinn, etc. Bei begrenzten Ressourcen funktioniert dieses leider nicht unendlich lange – aber die ersten Firmen hoffen ja wieder für nächstes Jahr auf 2-stellige Zuwachsraten. :sick: So, genug Konsumkritik, ich fahre jetzt gleich mal mit meinem Übergangsauto ohne Dieselpartikelfilter 20 km durch Berlin obwohl ich die Strecke auch genauso gut aber entspannter mit öffentlichen fahren könnte. :evil:

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  2. 15. Juni 2009, 11:59 | #2

    Hallo Mini-Troll … äh Martin ;-)
    Um Dein Joghurt Beispiel mal aufzugeifen: Mag sein das die Werbung einem Wünsche in Den Kopf setzt, die man vorher nicht hatte, allerdings weiß man auch dadurch wie Vielfältig die Produktpalette eigentlich ist und man hat die Möglichkeit seinen Horizont auch in diesem Bereich zu erweitern. Und bzgl. Preis und Qualität: es gibt gerade beim Joghurt Untrschiede. Ich habe schon so manchen billigen Joghurt weggeschmissen, weil er absoluter Misst war. Da gebe ich dann doch gerne etwas mehr aus und merke, dass das teurere Produkt qualitativ hochwertiger ist. In anderen Bereichen reicht das preiswertere Produkt. Ist eben ein Unterschied zwischen Billig und Preiswert.

    Ach, und da gab es ja noch den Spruch “Qualität hat ihren Preis” … manchmal stimmt der noch :)

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  3. 15. Juni 2009, 12:03 | #3

    Warum rechtfertigst du dich?
    Der eine macht bei trnd mit der andere nicht – jedem das seine :)

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  4. 15. Juni 2009, 12:46 | #4

    Hallo allerseits – sehr cool erstmal, dass Ihr trnd so ausführlich diskutiert! Vielleicht kurz zu den angesprochenen Punkten:

    1) Das mit den Adressen meinen wir ganz genau so, wie wir das sagen – wir geben grundsätzlich keine Mitgliederadresse weiter. Das nehmen wir extrem ernst. Und das macht es uns mit manchen Kunden auch nicht immer leicht, denn die würden natürlich schon gern nochmal was Werbliches hinterher schicken. Das machen wir nicht nur, weil das in unseren Regeln steht. Sondern auch, weil sich das so gehört. trnd soll dabei mithelfen, dass es weniger unnütze Werbung gibt, und da wäre es ja absolut kontraproduktiv, wenn wir dann Adressen für Papier-Spam weitergeben würden.

    2) Natürlich geht es darum, dass die Produkte bekannter werden. Aber das ist nicht alles. Es geht vor allem auch darum, dass – dank trnd – Fans und Interessenten in einen intensiven Dialog mit einer Marke treten können. Mit den Leuten, die hinter dem Lieblingssaft oder dem coolen neuen Kaugummi stehen und das Marketing und die Produktentwicklung organisieren. Um Feedback zu geben, um am Marketingprozess aktiver teilzunehmen. Letzten Endes wollen wir, dass die Unternehmen aus diesem Feedback lernen und uns alle, ihre Kunden, ernster nehmen. Und im Gegenzug erhoffen wir uns, dass die entsprechenden Produkte dabei auf freundlichere Weise bekannter werden – weil Leute, die sie getestet haben, ihren Freunden davon erzählen. Und zwar nur denen, die das auch interessiert. Und nicht spam-mäßig jedem, der davon nichts hören mag. Übrigens sehr wichtig: immer dazu sagen, dass die Produkte von trnd kommen, denn bei trnd soll nichts im Untergrund passieren oder verheimlicht werden.

    3) Man muss natürlich nicht in seinem Bloig drüber schreiben. Aber wenn man’s tut, finden wir’s super! Letztlich ist jeder und jedem freigestellt, wie sie/er mit den Produkten und der eigenen Kommunikation dazu umgeht. Und dazu gehört auch, dass man Negatives genauso weitergibt wie Positives. Das erklären wir den Unternehmen, für die wir arbeiten, auch immer wieder: Mundpropaganda wird dadurch nicht schlecht, dass man ehrlich alle Seiten des Produktes beleuchtet. Ganz im Gegenteil wird sie dadurch nur noch glaubwürdiger!

    Es ist genau richtig – trnd soll Spaß machen. Wem es Spaß macht, der ist herzlich eingeladen, gemeinsam mit allen trnd-Partnern an der Zukunft des Marketing zu arbeiten. Und wer’s nicht mag, der muss natürlich nicht. Insofern stimme ich Antje völlig zu. Jedem das seine. ;)

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  5. 15. Juni 2009, 13:03 | #5

    @Antje
    Du hast schon recht … jedem das seine, allerdings sehe ich das weniger als Rechtfertigung denn mehr als Diskussion :)

    @Martin Oetting
    Danke für Deinen Kommentar!

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  6. Martin
    15. Juni 2009, 13:36 | #6

    @Antje: Ansich’ hast du genau Recht: Jeder sollte dass machen worauf er Bock hat bzw. was ihm gefällt.

    Ich finde es nur etwas komisch wenn mir ein Kaugummi als ‘cool’ verkauft werden soll. Technisch gesehen ist es falsch (also außer der kommt aus dem (Tief-)Kühlschrank :wink:) und ich glaube (eis)kalte Kaugummis kann man schlecht kauen und es genau das was ich vorhin meinte: Mit einer Marke/Produkt sollen Emotionen (ich habe vorhin geschrieben ‘Gefühl’) assoziiert werden. Emotionen sollten aber gegenüber Lebewesen aufgebaut werden, nicht Firmen :love: . Daher reagiere ich etwas allergisch auf dieses ganze Marketing’zeugs’ (insbesondere das Virus-Vermarkten) :sick: . So jetzt höre ich aber auf meine nicht-genormte Meinung von mir zugeben. :whistle:

    Viele Grüße

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  7. 15. Juni 2009, 13:53 | #7

    @Martin – ich finde es eine Haarspalterei sich drüber aufzuregen das ein mit “cool” angepriesener Kaugummi nicht aus dem Eisschrank kommt :woot:

    Ehrlich gesagt überprüfe ich gerne in der Werbung angepriesene neue Produkte nur um zu schauen ob die Werbung gut war :evil:
    War sie gut konnte mich auch das Produkt überzeugen – wie zum beispiel ein “fruchtiger Joghurt mit ganzen Stücken” wenn dieser dann aber wie eine Chemietunke geschmeckt hat … Pech gehabt dann kaufe ich das nicht mehr.

    Meine bisherig getesteten Produkte haben mich nicht alle überzeugt und das habe ich auch genauso geschrieben – auch habe ich mich schon trotz Einladung nicht beworben – ich kommentiere auch nicht um jeden Punkt willen oder schreibe was sie hören wollen (da gibts – finde ich – schon genug in den Produkt-Blogs zu lesen :angel: ). Ich muss aber auch sagen das ich zwei Produkte getestet habe – die ich mir so nicht gekauft hätte (weil zu teuer) – diese haben mich aber von ihrer Qualität so überzeugt das ich sie wohl weiterhin kaufen werde :whistle:

    Also trotz aller Werbung – hätte ich sie nicht testen dürfen – würde ich sie mir jetzt nicht kaufen und das wäre doch genau das was du dir auch wünschen würdest wenn du ein Produkt vertreiben würdest :wink:

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