So, nun sind die ersten Tests mit dem FONIC Surfstick vollzogen worden. Es gab insgesamt drei unabhängige Tests an drei unterschiedlichen Orten, aber alle in Berlin.
FONIC nutzt ja das O2 Netz. Laut o2-online.de besteht im gesamten Berliner Raum voller UMTS Ausbau und damit die Möglichkeit HSDPA zu nutzen.
Vorneweg zu sagen ist: Alle bisherigen Tester waren von der einfachen Inbetriebnahme begeistert. Die Installation der Software verläuft fehlerfrei und zügig.
Es gab aber 2 Mängel die ich hier kommentarlos wiedergeben möchte:
- Es ist wohl nicht möglich den Stick über die Funktion „USB-Geräte auswerfen“ unter Windows 2000 zu entfernen … einfach weil er da nicht auftaucht.
- Die De-Installation der Software entfernt nicht alle Bestandteile auf der Festplatte.
Test 1
Der erste Test fand im Westen Berlins statt … genauer gesagt im Bezirk Spandau nahe der Stadtgrenze zu Brandenburg. Dort wohnen meine Schwiegereltern in einem Einfamilienhaus.
Ich hab dazu das Netbook samt Stick im Wohnzimmer aufgebaut, die Software „Mobile Partner“ gestartet und gewartet das nun unten links die Netzanzeige erscheint. Irgendwann war es dann auch soweit. Eine „O2 UMTS“ Anzeige erschien, allerdings mit keinem Balken bezüglich der Empfangsstärke! Dennoch habe ich mich versucht zu verbinden … und war verblüfft das es so ohne weiteres ging.
Surfen war allerdings nicht möglich. Die DNS-Anfragen wurden schlicht nicht beantwortet. Die Mobile-Partner Software zeigte nach wie vor UMTS ohne Balken an. Auf die langsamere Übertragungsart „EDGE“ wollte die Software irgendwie nicht wechseln … hätte ja durch was bringen können.
In diesem Zustand habe ich mich dann nach draußen auf die Terrasse begeben. Die Empfangsstärke wurde deutlich besser, allerdings war nach wie vor kein Surfen möglich. Erst ein „Trennen“ und erneut „Verbinden“ brachte die Technik dazu, auf meine Online-Versuche zu reagieren. Komisch zwar, lässt sich aber ein wenig erklären (ohne dass ich es wirklich genau wüsste). Es kann durchaus möglich gewesen sein, das aufgrund des schwachen Anfangsignals zwar eine Authentifizierung möglich war, jedoch die Daten für u.a. dem DNS Server nicht übermittelt werden konnten und damit das Ganze nicht funktionierte. Ich hätte es ja mal mit einem Netz-DUMP kontrollieren können, bin aber, ehrlich gesagt, nicht auf die Idee gekommen.
Draußen auf der Terrasse machte das surfen zwar von der gefühlten Geschwindigkeit her durchaus Spaß, war aber weit weg von den angepriesenen 3,6MBit. Die genaue Datenrate habe ich persönlich nicht gemessen, sehr wohl aber meine Kollegen.
Test 2
Diesmal ging es in den Norden Berlins. Genauer gesagt nach Malchow. Der Kollege hier bewohnt ebenfalls ein Häuschen und hat da das Problem, das ihm kein kabelgebundener Highspeed-Anschluss zur Verfügung steht. Sicher ist da die FONIC Tagesflat als solches keine Alternative, denn bei täglichem Gebrauch ist auch sie zu teuer, aber um mal über das UMTS Netz zu Testzwecken online gehen zu können, reicht der Tarif aus.
Klar dass der Kollege primär die Verbindung inhouse testete … denn ihm kam es ja eben darauf an zu testen ob diese Technik eine Alternative zu besagtem kabelgebundenem Anschluss ist. Er begab sich dazu auf den Dachboden. Erste Verbindung über UMTS klappte reibungslos … war aber sehr langsam. Er hat wohl über einen Online-Speedtest eine Downloadrate von 600kbit gemessen … nicht sehr viel, wo doch die theoretische maximale Datenrate mit HSDPA 3,6Mbit sind. Hatte er den Stick über ein Verlängerungskabel bis zum Dachfenster gehalten, hatte sich die Downloadrate bis zu 800kbit vergrößert … und die Mobile-Partnersoftware nun auch erst HSDPA angezeigt. Alles im allen ein sehr schlechter Wert.
Übrigens, was ich bis dato gar nicht wusste: Auch der Stick selbst zeigt an, ob er mit der einfachen UMTS oder der HSDPA Verbindungen arbeitet. Die Diode verändert ihre Farbe bei HSDPA von blau auf ein helles türkis.
Test 3
Den dritten Test haben wir hier auf Arbeit gemacht … in dem Stadtbezirk Marzahn. Auch inhouse.
Um es kurz zu machen: So richtig Happy konnte man auch hier nicht sein. Von der „gefühlten“ Geschwindigkeit her war sie zwar akzeptabel … aber richtig FUN mochte nicht aufkommen. Bei Seiten wie bspw. youtube dauerte der Aufbau sehr lange.
Laut einem Online-Speedtest kamen wir aber auf > 5000kbit im Download!! Das widersprach der gefühlten Geschwindigkeit. Daher haben wir diesmal die Mobile-Partner-Software zur Auswertung herangezogen, denn diese besitzt ein eigenes Statistikmodul.
Und tatsächlich, bis auf eine einzige Spitze von knapp 200kbit, lag die Durchschnittliche Downloadrate bei ernüchternden 60kbit. Oftmals gab es sogar Aussetzer … und das bei angeblich vollem HSDPA Zugang! Das ist schwach.
Und nun?
Inhouse ist natürlich immer so eine Sache. Das Netz kann noch so gut ausgebaut sein, wenn das Haus selbst als Störquelle auftritt wird man immer eine schlechte Verbindung bekommen. Hinzu können dann noch Störquellen von außen dazukommen.
Als Zwischenfazit kann ich persönlich sagen: Um mal die Mails zu checken und auch mal einen Blogeintrag (mit Bildern) zu schreiben ist die Geschwindigkeit durchaus akzeptabel. Für intensives Online-Arbeiten bisher aber nicht. Ich werde jetzt noch ein paar Tests unter freiem Himmel machen, allerdings ist inhouse arbeiten wichtiger, denn solchen Technik mit dem Tarif wird man eher im Flughafengebäude, im Cafe, bei einer Konferenz oder bei Freunden/Verwandten etc. benutzen wollen.
Ach ja, noch was: 2 andere Interessenten suchen primär nach einer Möglichkeit im Ausland einfach und günstig zu surfen. In Deutschland haben diese an vielen Stellen einen festen PC mit Internet zur Verfügung und benötigen solche Technik eigentlich nicht. Hier wäre es überlegenswert, in wie weit auch für das Daten-Roaming eine Art Tagesflat gestaltbar ist.
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