Fotografieren lernen … ein langer Prozess.
Auf dem Blog von Martin Gommel habe ich mal (so sinngemäß) gelesen das, wer Fotografie-Anfänger ist, ca. 1 Jahr und 10.000 Bilder braucht, bis er so halbwegs ordentliche Fotos macht.
Aus heutiger Sicht (1/2 Jahr nach Kamerakauf) kann ich dazu nur sagen: Hoffentlich reicht das eine Jahr
Im Ernst, zufrieden bin ich bei vielen Fotos noch lange nicht. Ich verbrauche viel zu viel Zeit mit der Nachbearbeitung (Farbtemperatur, Belichtung, Histogramm, Sättigung, Zuschneiden). Und selbst nach der Nachbearbeitung bin ich noch nicht wirklich zufrieden … allerdings reicht mein Wissen dann auch nicht mehr aus, ob und wie man da durch eben diese Nachbearbeitung aus dem Bild „noch was rausholen“ kann.
Die größte Herausforderung, gleich nach der Motivwahl, ist ja eben die Kombination des Wissens um die technischen Möglichkeiten der Kamera, das Wissen wie ein Foto entsteht und letztendlich die Phantasie dieses Wissen vor Ort, auch abhängig vom Motiv und dem gewollten Endergebnis, umzusetzen.
Wie viele tausende Fotos es jetzt schon geworden sind, weiß ich gar nicht so genau (hatte die Kamera nicht einen internen Bilderzähler?). Ich könnte maximal zählen wie viele davon in meiner Datenbank geblieben sind (denn ich habe auch etliche entsorgt).
Das schlimmste an diesem Hobby ist allerdings das mögliche Zubehör, welches man erwerben kann.
Wann immer ich mit dem Endergebnis eines Bildes nicht zufrieden bin, mache ich mich noch mal schlau, was die Ursache dieser Unzufriedenheit ist und stoße dabei immer wieder auf Kamerazubehör, welches das Bild eher in die Richtung bringen könnte, die ich mir vorstelle.
Beispiel:
Mein erstes Zubehör, welches ich mir zugelegt hatte, war ein Aufsteckblitz.
Weihnachten stand vor der Tür und ich wollte „atmosphärische“ Aufnahmen machen. Also Bilder knipsen, die so wirken, wie ich sie mit dem Auge wahrnehme.
Zugegeben, ein Blitz ist sicher das am wenigsten geeignete Zubehör dafür, aber ich wollte gerne mit kleiner ISO u.a. auch Personen fotografieren. Hier kann ich keine blitzlose Langzeitbelichtung durchführen. Und für kurze Belichtungszeiten war es eben einfach zu dunkel.
Über ein Forum kam ich zum Thema „indirektes blitzen“ … also Blitzen gegen bspw. die Zimmerdecke.
Die Bilder sind leider nicht so geworden wie ich es mir vorgestellt hatte. Das künstliche helle Licht des Bildes sah man, trotz indirektem Blitzen, in den Gesichtern und allgemein in den Farben. Sie wirkten künstlich.
Daraufhin kam ein Diffusor hinzu. Dieser soll das Licht des Blitzes gleichmäßig verteilen und weicher machen. Machte er auch … allerdings wurden die Bilder daraufhin zu hell, selbst, als ich die Leistung reduziert hatte. Es wirkte immer noch alles sehr künstlich.
Die Helligkeit lässt sich zwar in Grenzen ein wenig durch bestimmte Aufnahmeeinstellungen an der Kamera regulieren … alles geht aber nicht und das Weiß des Blitzlichtes wird dadurch auch nicht verändert.
Also sind Farbfilterfolien der Firma LEE hinzugekommen … die die Farbtemperatur (und ggf. auch die Helligkeit) des Blitzes verändern. Ich kann das Blitzlicht von der Farbtemperatur also dem Umgebungslicht anpassen. Das war dann der Punkt, wo ich mich erstmalig so richtig intensive mit dem Thema Farbtemperatur und Weißabgleich beschäftigt hatte.
Die nächsten (Indoor-) Fotos die entstanden sind, sind zu 2/3 schon recht ordentlich geworden … das restliche 1/3 war zu gelb. Warum? Nun, ich habe in einer Umgebung fotografiert, wo die Räume zum größten Teil mit Tageslicht (durch die Fenster) durchflutet waren. Also habe ich, da ich auch viele Gegenlichtaufnahmen machen musste, meinem Blitz eine entsprechende LEE Folie verpasst, den Diffusor aufgesteckt und bin knipsen gegangen.
Ein kleiner (hinterer) Teil des Raumes wurde aber, da hier nicht genug Tageslicht ankam, mit einer weißen Leuchtstoffröhre beleuchtet. Diese Bilder sind dann, da andere Farbtemperatur, zu gelb geworden.
Jetzt würden theoretisch Farbfilter für die Optik helfen, die bspw. dieses künstliche Licht herausfiltern können.
Und so geht das immer weiter. Neue Erkenntnisse, weitere Fotoexperimente, weiteres Zubehör … soweit zumindest der Geldbeutel das zulässt.


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