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Alte Geschichten I

23. Juni 2009 Schmidtie 5 Kommentare

Meinte doch ein Kollege zu mir „Das haste noch gar nicht auf Deinem Blog geschrieben“. Stimmt. Ist auch schon sehr lange her. Aber warum eigentlich nicht nachholen? Ich kann ja unter dieser Überschrift mal ein paar alte mehr oder weniger lustige Begebenheiten beschreiben … sofern sie mir noch einfallen.

Fangen wir einfach mal mit einer an. Hoffentlich gelingt es mir die Situation halbwegs ordentlich in Worte zu fassen.

Ende 1998 / Anfang 1999 bin ich aus meiner alten 1-Zimmer Plattenbau-Wohnung in eine größere 2-Zimmer Wohnung gezogen. Das Mehrfamiliengebäude in dem diese 2-Raumwohnung lag wurde erst kurz vorher gebaut und war damit nach dem damaligen Stand der Bautechnik aufgebaut und ausgestattet.

Man was war ich stolz diese Wohnung beziehen zu dürfen. Von dem recht kleinen Flur gingen direkt das größere Nasszellen-Bad und das riesige Wohnzimmer ab. Vom Wohnzimmer kam man direkt in die Wohnküche (also ohne Trennwand zum Wohnzimmer, aber nicht mit einem Tresen wie es bei amerikanischen Küchen üblich ist) und in das Schlafzimmer.

Bei der Einrichtung wollte ich mir besonders viel Mühe geben. Neue Anbauwand, neues Sofa, meine erste Spülmaschine und eine besonders schöne Auslegware.

Der Mietvertrag ging zum 01.01.1999 los, die Schlüssel bekam ich noch im Dezember 1998. Ich habe den ganzen heiligen Abend damit verbracht die Auslegware einigermaßen ordentlich auszulegen. Zwischen den Feiertagen gab es dann den Umzug und die Möbellieferung so dass ich kurz vor Silvester mit dem Einrichten so gut wie fertig war. Lediglich 2 Kisten mussten noch ausgeräumt werden.

Aber das hatte dann auch noch bis zum neuen Jahr Zeit. Erst mal war ich bei damals guten Freunden das neue Jahr begrüßen.

Das Jahr fing (nicht) gut an. Zwar gute Silvesterfeier und neue Wohnung, aber …

Die erste Nacht des neuen Jahres in meiner neuen Wohnung habe ich eigentlich recht gut geschlafen. Genervt hatte nur, das früh morgens draußen ein Schneeräumungsfahrzeug herum fahren musste. Man hat der einen Krach gemacht.

Ich habe eigentlich einen ziemlich festen Schlaf, aber das dingen hab ich gehört. Bedeute auch, dass es über Nacht geschneit haben musste.
Das komische war aber, das dieses Fahrzeug irgendwie nicht weiter zu fahren schien. Räumte es nur den Schnee vorm Haus weg?

Ich wurde immer munterer und die Neugierde wuchs mal nach draußen zu schauen. Also aufgestanden um zum Fenster zu watscheln … um erst mal in richtig kaltes Wasser zu stehen. JETZT war ich richtig wach. Was war das? Warum stehe ich hier in gut 2cm hohem kaltem Wasser? Und dieses Schneefahrzeuggeräusch hörte sich irgendwie nicht mehr wie ein Schneefahrzeug an … sondern wie Wasserrauschen?

Raus aus dem Schlafzimmer und rein in das Wohnzimmer. Noch mehr Wasser … soweit das Wohnzimmer reichte. Das Wasser war überall! Nach einer kurzen Orientierung machte es Klick. Ab ins Bad: Da lief das Wasser dann auch ganz fleißig aus dem Zulauf zur Waschmaschine raus. Schlauch kaputt gegangen und kein Aquastop dran. Toller Start ins neue Jahr!

Als ich den Hahn zugedreht hatte, hörte ich ganz aufgeregte Stimmen im Hausflur. Nachdem ich die Tür geöffnet hatte hörte ich schon

„Ja, unten im Keller ist auch schon alles nass. Wo kommt das nur her?“.

Als ich mich bemerkbar machte hieß es

„Wir dachten Sie sind gar nicht das.“
„Doch, wieso?“

„Na, wir haben Sturm geklingelt und so laut gegen die Tür gehämmert, das sie beinahe zu Bruch gegangen wäre.“
„Ich hab nichts gehört, nur dieses Schneefahrzeug“

Um die Geschichte etwas abzukürzen: Ich habe nicht nur meine Wohnung unter Wasser gesetzt, sondern auch einen Teil des Kellers. Das Wasser lief munter die Leitungsschächte herunter. Ich wohnte da im dritten Obergeschoß. Im zweiten wohnte ein älteres Pärchen, bei dem das Wasser nicht nur aus den Lampen tropfte, sondern es sich auch in einer Wasserblase unter dem Sicherungskasten sammelte.

Ein Teil des Wassers floss auch aus einer Lampe im Hausflur und von da über einer vom Vermieter fest eingebauten Kokosnussfußmatte nach draußen auf die Straße Die Matte hat sich kurze Zeit später so gewellt, das man die Tür kaum aufbekommen hatte.

Als der Hausmeister kam um den gesamten Schaden zu begutachten hat er mich erst mal ausgelacht. Meine Nachbarn haben mir dann lieber weise geholfen erst mal das Wasser und die feuchte Auslegware aus der Wohnung zu bekommen. Irgendwann später kam dann eine Firma um das restliche Wassers wegzusaugen und sowohl in meiner als auch in der unter mir befindlichen Wohnung Luftentfeuchter zu installieren.

Meine super schöne Auslegware konnte ich wegschmeißen. Und wie dass dann immer so ist, habe ich diese auch nicht mehr gekauft bekommen. Die Möbel standen dank Plastikfüße alle etwas höher und waren nicht betroffen … lediglich ein Videorekorder der auf dem Boden stand ist noch kaputt gegangen.

Über das Verhalten meiner damaligen Haftpflichtversicherung war ich sehr begeistert. Ich habe lediglich die Kontaktdaten aller Geschädigten angegeben und ansonsten (außer einem Schriftstück mit der Schadensnummer) nichts weiter mit diesem Vorfall zu tun gehabt.

Damals war ich fertig. Heute kann ich drüber schmunzeln. Wer das damals nicht gesehen hat, kann sich gar nicht vorstellen das man eine komplette Wohnung so unter Wasser setzen kann.

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